Ground & GlowMagazin

Wochenfluss nach der Geburt: wie lange er dauert und was normal ist

Von Céline Rausch, Hebamme & Yogalehrerin · 4 Min. Lesezeit

Stand: 8. August 2026

Nach der Geburt löst sich die Plazenta von der Wand deiner Gebärmutter. Dort bleibt eine Wundfläche zurück, ungefähr so groß wie ein Handteller. Der Wochenfluss ist das, was beim Heilen dieser Wunde abfließt.

Das klingt erst mal nach viel. Es ist aber genau das, was passieren soll.

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Bei den meisten Frauen vier bis sechs Wochen. Manche sind nach zwei Wochen fertig, bei anderen dauert es acht Wochen. Wie lange es bei dir dauert, hängt unter anderem davon ab, ob du stillst und wie viel du dich bewegst.

Als Hebamme weiß ich, wie sehr diese Spanne verunsichert. Da draußen steht überall eine andere Zahl, und keine davon ist deine. Es gibt hier nichts, an dem du dich messen musst.

Wie er sich verändert

Der Wochenfluss durchläuft immer dieselbe Reihenfolge. Er wird heller, nie wieder dunkler.

In den ersten Tagen ist er kräftig rot und ziemlich stark. Nach etwa drei bis vier Tagen wird er dunkler und bräunlich. In der zweiten und dritten Woche wird er gelblich, zum Schluss fast weiß oder klar. Dann versiegt er.

Diese Reihenfolge ist wichtiger als die Menge. Solange die Farbe heller wird, läuft die Heilung.

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Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt

Auch nach einem Kaiserschnitt hast du Wochenfluss. Die Wundfläche in deiner Gebärmutter ist dieselbe, sie muss genauso heilen.

Oft ist er etwas schwächer und manchmal kürzer, weil bei der Operation schon ein Teil abfließt. Was er nicht sollte: ganz ausbleiben. Wenn nach einem Kaiserschnitt kaum oder gar kein Wochenfluss kommt, sag das deiner Hebamme oder deiner Ärztin.

Und noch etwas, das nach einem Kaiserschnitt oft untergeht: Du hast zusätzlich eine Bauchwunde. Beide Wunden brauchen Ruhe, nicht nur eine.

Was ihn beeinflusst

Wenn du dich viel bewegst, wird er oft kurz stärker. Morgens nach dem Aufstehen auch. Das ist kein Rückschritt, sondern Schwerkraft.

Beim Stillen zieht sich deine Gebärmutter zusammen. Du spürst das vielleicht als Ziehen im Unterbauch, und danach kommt oft ein Schwall. Auch das gehört dazu. Es ist sogar gut so, denn dieses Zusammenziehen ist die Rückbildung deiner Gebärmutter.

Wochenfluss oder schon die Periode?

In den ersten Wochen ist es der Wochenfluss. Er wird kontinuierlich weniger und heller, und er riecht anders als Blut, etwas süßlich.

Die erste Periode kommt später. Wenn du voll stillst, oft erst nach Monaten. Wenn du nicht stillst, meist nach sechs bis acht Wochen. Sie beginnt dann wieder frisch rot, nachdem der Wochenfluss schon aufgehört hatte.

Wenn du unsicher bist, was gerade was ist: Frag deine Hebamme. Genau dafür ist sie da, und diese Frage ist ihr schon tausendmal gestellt worden.

Wenn der Wochenfluss stockt

Manchmal staut sich der Wochenfluss in der Gebärmutter, statt abzufließen. Das nennt sich Wochenflussstau, und es ist einer der Gründe, warum deine Hebamme bei ihren Besuchen deinen Bauch abtastet.

Anzeichen sind ein plötzlicher Rückgang oder ein Versiegen des Wochenflusses in den ersten Wochen, ein Druckgefühl oder Schmerzen im Unterbauch, manchmal Fieber. Das gehört angeschaut, und zwar zeitnah.

Was das Abfließen unterstützt: auf dem Bauch liegen, viel stillen, warme Wärmflasche auf den Unterbauch. In meiner Zeit als Hebamme war die Bauchlage der Tipp, über den sich die Mamas am meisten gewundert haben. Und der, der am zuverlässigsten geholfen hat.

Wann du jemanden fragen solltest

Melde dich bei deiner Hebamme oder deiner Ärztin, wenn:

  • der Wochenfluss plötzlich wieder stark wird
  • große Blutgerinnsel abgehen, etwa ab Pflaumengröße
  • er unangenehm oder faulig riecht
  • du Fieber bekommst
  • er ganz aufhört, obwohl die ersten Tage erst vorbei sind
  • du starke Schmerzen im Unterbauch hast

Das sind Dinge, die man anschauen sollte. Nicht, um dir Angst zu machen, sondern damit du nicht allein damit grübelst. Ruf lieber einmal zu viel an als einmal zu wenig.

Was dir jetzt guttut

Liegen hilft. Wirklich. Solange keines der Warnzeichen von oben dazukommt, gilt: Wird der Wochenfluss stärker, war meist einfach zu viel Bewegung dabei.

Nimm dicke Binden oder Wochenbetteinlagen. Keine Tampons und keine Menstruationstassen, solange die Wunde offen ist. Wechsle sie häufig, auch wenn noch Platz wäre, und wasch dir davor und danach die Hände.

Dusche lieber, statt zu baden. Auf Schwimmbad und Badewanne wartest du, bis der Wochenfluss ganz vorbei ist.

Und dann: ruh dich aus, so oft es geht. Dein Körper heilt gerade eine Wunde, die du nicht sehen kannst. Er darf sich dafür Zeit nehmen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Meist vier bis sechs Wochen. Bei manchen Frauen ist er nach zwei Wochen vorbei, bei anderen dauert er acht Wochen oder länger. Beides kann normal sein.

Ist der Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt anders?

Er ist oft etwas schwächer und manchmal kürzer, weil bei der Operation schon ein Teil abfließt. Ganz ausbleiben sollte er aber nicht. Die Wundfläche in der Gebärmutter heilt nach einem Kaiserschnitt genauso.

Darf ich mit Wochenfluss baden?

Vollbäder und Schwimmen sind während des Wochenflusses nicht empfohlen, weil die Wunde in der Gebärmutter noch offen ist. Duschen ist kein Problem.

Wann sollte ich meine Hebamme fragen?

Wenn der Wochenfluss plötzlich stark wird, unangenehm riecht, du Fieber bekommst, große Blutgerinnsel abgehen oder er ganz aufhört, obwohl die ersten Tage erst vorbei sind.

Céline Rausch

Céline Rausch

Hebamme & Yogalehrerin

Céline ist Hebamme und hat über 250 Wochenbetten begleitet. Bei Ground & Glow teilt sie ihr Hebammenwissen, sanftes Yoga für die Zeit nach der Geburt und ehrliche Antworten auf die Fragen, die sonst oft untergehen.

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